Mehr Ruhe von Gedanken. Beobachten ohne zu bewerten.

von Jul 26, 2020Artikel, besser leben, Selbst bewusst sein

Blume im Wald menschenfreund.netMenschen bewerten sich zu Tode könnte man meinen. Wir alle schöpfen schöne und unzählig viele unnötige Gedanken. Haben das denken zum höchsten gut erklärt. Doch vergessen wie sinnlos es oftmals auch ist. Die Spezies Mensch besteht aus Gedankenproduktionsmaschinen und das ist völlig in Ordnung. Denken ist Menschlichkeit. Doch mit ihm auch die Fehlinterpretationen und der Stress der durch sie erzeugt wird. Dinge sind nicht wie sie scheinen und oft kommt es anders als gedacht.

Klar wir haben nicht die totale Kontrolle über die Gedanken so wie sie jetzt gerade aufpoppen. Aber wir können beeinflussen wie wir auf sie reagieren und was für Gedanken somit folgen. Wir können mit dem nötigen Bewusstsein und etwas Training Gedanken stoppen, umformen, nutzen und die Sicht auf sie ändern. Sowie die Programme umschreiben, die unsere Gedanken produzieren.

Und das sind die wertvollsten und wichtigsten Hebel die ein Mensch im Leben hat. Herr über den Kopf mit all seinen Konditionierungen zu werden ist wahre Stärke. Und es ist wichtiger den je sich selbst bewusst zu sein.

Sich selbst seiner Gedanken bewusst sein.

Der Kopf ist wie ein Garten. Das Unkraut überwiegt, die wertvollen Gedanken blühen dazwischen. Und oftmals Verblühen sie unbeachtet im Schatten des unnützen.
Ja wir stolpern über das Unkraut, wenn wir es nicht beachten und behandeln.
Doch noch viel tragischer ist, das mehr denken, urteilen und bewerten, die Wirklichkeit in noch weitere Ferne rückt, als sie durch die Brille des Selbstkonzeptes sowieso schon ist.

Wie oft beobachten wir die Welt und das Theater im Kopf spielt seine wildesten Stücke. Wie oft sehen wir jemanden und denken etwas dabei. Wie oft betrachten wir Dinge, Menschen, Geschehnisse und die Bewertungsmaschine läuft und läuft. Wie oft poppen Gedanken auf, welche unsere Klarheit verzerren, uns selbst herunterziehen oder andere in falsches Licht hüllen. Ein Klassiker ist auch Dinge herbeizudenken, die nie eintreten. Sowie Angst zu erzeugen und Zusammenhänge zu erspinnen die wenig Sinn ergeben.Das grübeln über die Vergangenheit oder Zukunft ist sicher mit das sinnloseste von alledem.
Und viele sind sich dieser Vorgänge nicht wirklich bewusst. Zu Normal erscheint das Lied der Stimme im Kopf. Zu identifiziert sind wir damit.
Schließlich war es schon von klein auf da. Das Geplapper im Geiste. Auch, wenn es mit steigendem Alter sicher etwas mehr geworden ist.

Ich meine nicht pauschal negative Bewertungen.

Aber jegliche Bewertung kann die Sicht stark verwässern und die Realität verzerren.

Unser Gehirn will vergleichen einordnen, sortieren, urteilen, verstehen, verknüpfen usw.

Immer anhand der Vergangenheit.

Sofort kommt.    Aha.. So und so ist dies und das und er oder sie. Das war ja klar. Das kenne ich. Es ist wahrscheinlich.
Das ist gut oder schlecht. Das mag ich, mag ich nicht.
Das könnte ein Angriff sein. .. oh Verteidigungsmechanismus Usw.

Und diese Aufgabe des Verstandes hat zum Teil seine Berechtigung und Notwendigkeit. Doch ist sie oftmals absolut überzogen, unnötig, störend und verzerrend. Stört den Frieden und die Klarheit in uns. Bringt unnötige Unruhe und ein verwaschenes Bild auf die Welt.

Oftmals läuft die Bewertungsmaschine viel zu stark, zu laut, zu oft, zu daneben.

Doch die Wirklichkeit lässt sich besser mit ruhigem Kopf erkennen.

Beruhige die Stimme im Kopf.

Nicht umsonst sagen einige weise Zitate, das man mit dem Herzen klarer sieht. Ein ruhiger Geist lässt die Wahrheit deutlicher erkennen. Und da ist etwas dran.

Probier es aus.

Du wirst nicht untätig, wenn du weniger im Kopf bist und Gedanken am Fließband produzierst.
Du wirst nicht handlungsunfähig.
Du wirst nicht reaktionsfähig.
Du funktionierst genauso und sehr wahrscheinlich noch viel besser als zuvor.

Du wirst handeln, wenn es notwendig ist. Und weniger von sinnlosen Gedanken abgelenkt.

Versuche es.

Und sei nicht enttäuscht wenn es nicht gelingt am Anfang.Oder nur kurz anhält. Es ist wie gesagt nicht möglich die Bewertungsmaschine dauerhaft auszustellen.
Aber es ist möglich durch regelmäßiges Training sie deutlich ruhiger und wieder und wieder kurzzeitig auszustellen.

Kleine Momente bewusstem Erlebens sind Gold wert.

Auch dich selbst und dein Leben wirst du dir weniger schlecht machen durch bewussteres denken und weniger urteilen. Der Verstand kann dein Freund werden und kein Diktator mehr der dir weiterhin deine Ruhe, Klarheit und Energie raubt. Er wird ruhiger und klarer und mehr und mehr ein Werkzeug sein, das du schlau einsetzen kannst.

Und so wertvoll es ist negative Gedanken zu identifizieren und Sie anzusehen und zu ergründen, so wichtig ist es zusätzlich zu verstehen, dass du nicht die Stimme und die Gedanken bist.

Identifikation mit dem Denker ist die Wurzel des Übels.

Du bist nicht die Stimme im Kopf.

Nur weil sie so klar erscheint und immer da ist und dein Leben zu kontrollieren scheint, denkst du das du die Stimme bist.

Die Stimme im Kopf ist Teil der menschlichen Erfahrung.
Doch sie wird nicht mehr der Hauptakteur sein mit dem du dich fälschlicherweise identifizierst.

Sie ist ein Teil von dir der seinen nutzen hat. So wie die Arme zum Beispiel.

Aber du nutzt deine Arme auch nur, wenn du sie brauchst.
Du fuchtelst ja auch nicht mit den Armen pausenlos in der Luft herum.
Also Fuchtel nicht weiter dauerhaft mit dem Bewerter herum.

Die meisten Gedanken sind Nonsens. Die meisten Befürchtungen nicht wahr. Die meisten Beurteilungen sinnlos unförderlich, unnötig und oftmals nicht wahr.

Beobachte ohne zu bewerten.

Versuche die Lücke zwischen den Gedanken zu vergrößern.

Bewerte nicht das du bewertest, wenn du bewertest.

Sobald du bewertest, dass du bewertest und auch das wieder bewertest, dann zieht dich das sinnlose Spiel tiefer in die Unzufriedenheit. Wie so oft.

Bist du nicht gut drauf. OK nimm es zur Kenntnis, überlege was du ändern kannst aber bewerte es nicht zu sehr.
Und Vor allem bewerte nicht das du bewertest, wenn du bewertest.
Besonders stark ziehen uns die Bewertungen der Bewertungen herunter. Wir ärgern uns das wir in einer Situation nicht die beste Laune, Energie, Freude haben.
Das ist schon zu viel des Ärgers aber noch ok.
Doch dann ärgern wir uns das wir uns darüber ärgern, dass wir uns ärgern.
Hehe.

Die Spirale der Bewertungen zieht uns tiefer in das Ärgernis.

Was hilft, um weniger zu bewerten was geschieht?

  • Bewusstheit für Gedanken entwickeln und trainieren. (Sich selbst bewusst sein.)
  • Lass auch die Gedanken selbst mal sein, ohne sie zu bewerten. Du kannst die Gedanken beobachten, ohne sie zu bewerten.
  • Meditation. (Verschiedene Techniken ausprobieren)
  • Gedankenüberprüfung. Glaube deinen Gedanken nicht blind. (sehr zu empfehlen, The work von Byron Katie.)
  • Identifikation mit dem Denker aufgeben.
    (Du bist wie gesagt nicht die Stimme im Kopf. Sie ist nur ein Teil von dir.) Und auch nicht die Gedanken. Identifiziere dich nicht mit den Gedanken. Du bist nicht die Gedanken.

Du bist der Beobachter.

Beobachte die Gedanken.

Und Frage dich, ob sie absolut wahr sein könnten.

Frage dich ob sie dir dienlich sind.

Mach dich nicht verrückt, wenn du viel unnötige Unkrautgedanken findest. Damit geht es dir wie so gut wie allen Menschen. Wie wir dann mit ihnen umngehen macht den Unterschied im Leben aus. Mach sie dir bewusst. Erlaube der Stimme zu sein aber glaube ihr nicht alles.
Lehne dich zurück und genieße das Schauspiel im Kopf.

Und versuche die Oberhand zu gewinnen und mehr Ruhe im Kopf zu bekommen so oft du kannst.
Also weniger zu beurteilen und im Alltag mal Stille zu bewahren und Situationen und Menschen unbewertet zu beobachten.
Auch z.b dich selbst und deine Taten und Gedanken weniger zu bewerten. Du brauchst nicht immer zu werten um dich zu verstehen. Sich selbst zu verstehen bedeutet Menschen verstehen.

Setze, stelle, lege dich bewusst hin und genieße das was ist.
Ohne Bewertung.
Sobald Bewertungen aufkommen. Lass sie einfach in Ruhe. Denke nicht über sie nach. Versuche weiterhin Momente des nicht Wertens und Urteilens zu erfahren. Trainiere das wieder und wieder.
Du kannst es so gut wie zu jederzeit und überall tun.

Du wirst es dir danken.
Auch, wenn das dann wieder eine Bewertung ist. : )

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Georg Kirschstein

Georg Kirschstein

Hi, ich bin Georg
von der Spezies Mensch.
Nach einer teilweise schwierigen Kindheit, in der so manches Chaos herrschte, geriet ich immer mehr, vom fröhlichen beliebten Jungen, in einen selbst-hassenden, unsicheren, depressiven jungen Menschen. Ich merkte damals nicht, dass mich die Probleme Zuhause schleichend depressiv machten und veränderten. Es folgten viele Jahre reichhaltiger Alkoholkonsum und Drogenexperimente. Nur durch Verdrängung, konnte ich mich und meine Umwelt ertragen. Irgendwann wusste ich nicht mal mehr, was Glück und Freude sein können. Ich war soweit unten, dass ich am absoluten Nullpunkt angelangt war. Ein sehr spannender, aber beängstigender Punkt. Heute bin ich unglaublich dankbar, dass ich mich an dieser Kreuzung für das Leben entschieden hab. Nach einer Selbstfindungsphase, mit Therapie und vielen wichtigen Erkenntnissen, Höhen und Tiefen, Beziehungen, vielen verschiedenen Jobs (unter anderem im Altenheim, für die Telekom im Verkauf, als Autovermittler, im Krankenhaus, als Tischler in einer Ausbildung, als Avocado Bauer usw.) und einer Reise ans andere Ende der Welt und vielen tollen Begegnungen, kann ich seit einiger Zeit sagen, das ich dem glücklich sein ziemlich nahe bin und das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen Liebe, schätze und genießen kann. Mit dem heutigen Wissen, weiß ich das Licht und Schatten eng beieinander liegen und es eben kein langer und harter Weg sein muss, aus einer Krise, Depression oder Unzufriedenheit heraus zu kommen. Solange man sich wieder auf seine eigentliche Natur begibt, nämlich dem Mensch sein an sich. Ein Hase kann auch nicht erfolgreich sein, wenn er versucht eine Schlange sein zu wollen. Der Unterschied ist, das der Hase das weiß und wir Menschen oft leider nicht. Aber genug von Hasen und Schlangen. Seit langem beschäftige ich mich mit Psychologie, Selbstverwirklichung, Lebenskunst, Gesundheit, Meditation und der eigentlichen Wirklichkeit des Lebens und Seins. Und hoffe durch diesen Blog auch anderen ein bisschen mit meinen Erfahrungen weiterhelfen zu können.

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Profile Georg

Hi, ich bin Georg von der Spezies Mensch. Wir versuchen das Leben sowie die Welt und die Menschen stetig besser zu verstehen und möchten euch daran teilhaben lassen. Und ich denke es ist endlich an der Zeit, wieder mehr zu unserer menschlichen Natur zu stehen und sie anzunehmen und auszuleben. In diesem Portal geht es um das und das Mensch-sein an sich. Um Lebensstrategien, Prozesse, Erfahrungen, Höhen und Tiefen, Gedanken Austausch, Depression, Ängste, Sucht, Erfolg, Glück, Ernährung, Psychologie, Stärken, Fehler, Freude, Leid dem Universum, der Gesellschaft und vielem mehr. Kurzum, um das einzig wahre, schöne, verrückte Leben als echter Mensch auf diesem wundervollen Planeten.
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