Der Weg zur Selbstliebe

Georg Kirschstein

SelbstliebeDer Weg zur Selbstliebe – was ist Selbstliebe überhaupt?

Alle reden von diesem Selbstliebe Ding. Doch was ist das eigentlich? Kann man das essen oder rauchen? So in etwa habe ich zumindest früher gedacht und ich denke so geht es vielen Menschen. Ich habe nie richtig verstanden, wie das mit der Selbstliebe nun gehen soll.

Liebe dich selbst. Du musst dich einfach nur selbst lieben. Das hört man oft. Ja schön, doch wie macht man das nun? Es klingt ja total nachvollziehbar, vernünftig und toll, aber wie macht man das nun? Reicht es zu masturbieren, sich ständig auf die Schulter zu klopfen, sich selbst zu umarmen oder sich selbst Blumen zu kaufen? Das alles kann zum Wohlbefinden beitragen, doch geht es nicht tief genug. Selbstfürsorge und Selbstwertschätzung ist ein wichtiger Bestandteil der Selbstliebe, doch es reicht nicht aus.

 

Was genau ist das Selbst, was sich lieben soll?

Um Selbstliebe wahrhaftig zu leben, ist es von Bedeutung, ersteinmal zu verstehen, was genau dieses Selbst ist, was ich da lieben soll. Da können schon viele Missverständnisse aufkommen. Wenn man den Kern der Selbstliebe nicht versteht, kann auch alles wieder zusammen brechen. Wenn man selbstgewählte Selbstliebe-Praktiken zum Beispiel mal vergisst, wenn man mal einen schlechten Moment hat, unbewusst ist und alte Trigger aufschäumen, man Kritik erntet und damit nicht umgehen kann oder Dinge eben nicht so laufen wie gewünscht. Und das passiert nun mal in jedem Leben relativ oft, dass Dinge nicht so laufen wie gewünscht. Umso wichtiger ist es eben, mit sich selbst mehr ins Reine zu kommen.

 

Der Weg zur Selbstliebe

SelbstliebeEs gibt viele schlauen Ratschläge und diese sind ja nicht falsch perse. Selbstliebe ist das höchste Gut. Nichts geht ohne Liebe. Auch nicht im großen Ganzen. Denn eine Spezies, die sich selbst nicht liebt, kann auf Dauer nicht bestehen bleiben. Wenn wir unseren Lebensraum, der uns nährt, nicht lieben, dann behandeln wir diesen auch dementsprechend. Das sieht man, wie wir mit unserem Planet umgehen, aber genauso wie wir unseren eigenen Körper behandeln. 

Am Verhalten der Menschen kann man erkennen, wie es um das Verständnis vom Selbst und der Selbstliebe bestellt ist. Ego Liebe ist keine wahre Selbstliebe.

Wo Liebe fehlt, herrscht Mangel und Angst

Der Menschheit mangelt es an wahrhaftiger Selbstliebe. Gehässigkeit, Mobbing und Tyrannei ist alles Resultat mangelnder Selbstliebe. Wo Liebe fehlt, herrscht Mangel und Angst. Wer sich also der Liebe zu sich selbst öffnet, der verhilft der Liebe in der Welt. 

 

Ego Liebe und Angst Muster

SelbstliebeWahre Liebe hat nichts mit übermäßigen Egoismus zu tun. Wenn Liebe auf Ego aufbaut, ist dies Grundlage nur wieder Grundlage für all die Probleme in der Welt. Ego Liebe ist sich selbst über andere zu stellen und sich für besser und wertvoller zu halten. Das ist keine Liebe, sondern ein verzerrtes Bild der Realität und von sich selbst. Ein extremes Beispiel ist die Persönlichkeitsstörung Narzissmus, bei der betroffene Menschen extrem Ich-bezogen sind. Dieses Verhalten darf nicht mit Selbstliebe verwechselt werden. Das ist Selbstbesessenheit basierend auf Unsicherheit und einem Mangel an Liebe und Empathie für andere.

Egoismus ist stark von Angst geprägt. Vorrangig die Angst nicht genug abzubekommen. Angst steht wie gesagt der Entfaltung der Liebe im Wege. 

 

Selbstliebe strahlt man aus

Wahre Selbstliebe hingegen bringt meist eine warme Ausstrahlung mit sich und jeder sollte im gesunden Maße zuerst an sich denken. Sinnbildlich ist es wie im Flugzeug, wo jeder im Notfall erstmal sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzt, um dann anderen helfen zu können. So ist es eben auch wichtig, sich selbst zuerst seiner Liebe zu öffnen, um dann auch mehr für andere ausstrahlen zu können.

 

Mein Weg zur Selbstliebe durch Selbsterkenntnis

SelbstliebeFrüher hatte ich ganz schöne Schwankungen und schwierige Phasen. Ich konnte mich eine zeitlang nicht wirklich leiden. Was Selbstliebe sein sollte, wusste ich wie gesagt schon mal gar nicht. Ich kann sagen, dass ich keinen dauerhaften Selbsthass hatte. Es gab Zeiten, wo ich mehr selbstbewusster war und alles ganz gut lief. Vor allem durch Beziehungen wurde mein innerer Mangel übertönt und oberflächlich gestopft. Doch somit entstanden auch emotionale Abhängigkeiten. Ein sehr häufiges Phänomen bei uns Menschen. Meine Strategie war dann einige Jahre mich komplett  von Beziehung fernzuhalten, doch auch das ist natürlich keine Ideallösung. Alles abzublocken, was sich ergeben könnte, bringt auf Dauer nur viel Leid. 

Letztendlich hat eine Zeit gedauert bis ich das Spiel durchschaut habe und mehr zu meiner wahren Natur wiedergefunden habe. Nach und nach mit stetiger Selbsterkenntnis und Selbstfürsorge bin ich meinem wahren Kern mehr und mehr näher gekommen. 

Dieser Prozess ist ein laufender Prozess. Wir lernen uns nicht einmal wirklich kennen und das bleibt dann so. Wir sind stetig im Wandel und Selbsterkenntnis geht täglich. Der Weg zur Selbstliebe kann steinig und schwer sein. 

Bei mir war der Mangel an Selbstliebe wie so oft auch in der Kindheit verursacht. Daraus resultierte ein destruktives Verhalten mir selbst gegenüber: ich ging durch verschiedene Phasen von Suchtverhalten und Depressionen, die mit Schuldgefühlen mir und anderen gegenüber einher gingen. Das war schon eine harte Zeit. Ich habe zwar am Ende alles immer irgendwie geschafft, wie zum Beispiel meine Tischlerausbildung, aber vieles war eben immer irgendwie ein Kampf. Denn da wo Selbstliebe mangelt, wird alles viel viel schwerer.

Selbstliebe ist der Schlüssel zu fast allem im Leben

SelbstliebeEgal um was es geht, Selbstliebe ist der Schlüssel zu fast allem im Leben.

Es ist ein Teufelskreis, denn wenn es uns gerade schlecht geht, fällt es uns auch viel schwerer in Akzeptanz zu sein. Widerstand verhindert die Selbstliebe und das verhindert dann, dass die Situation besser wird. 

Im Leben werden wir immer mit Problemen und Sorgen konfrontiert sein, doch haben wir durch Selbsterkenntnis Selbstliebe erreicht, so ziehen diese Probleme und Sorgen uns nicht mehr so runter. 

Je mehr Selbstliebe und Vertrauen, desto weniger wird man von Sorgen und äußeren Umständen beeinflusst. Und desto weniger braucht man äußere Befriedigung und Liebe von Außen. Deine Liebe ist freier und lockerer, es fällt leichter im Fluss zu sein.

Mit Selbstliebe als Basis werden weniger Dinge versucht zu erzwingen oder versucht festzuhalten. Man ist voller und gesättigter und braucht einfach weniger von Außen. Was nicht bedeutet, dass Wünsche, Ziele und Bedürfnisse verschwinden, aber es wird eben eine andere Ebene Der Kampf wird weniger, je mehr Selbstliebe vorhanden ist.

 

Gib den Kampf auf!

Natürlich ist das Leben immer nur ein Kampf, wenn man ständig mit allem was ist im Widerstand ist: mit der Realität, mit sich selbst, mit der Vergangenheit, der Zukunft und den Menschen. Natürlich ist es ein Kampf, wenn man ständig Idealen hinterher hechelt und einem bestimmten Bild entsprechen möchte. Das Idealbild wächst und wandelt sich stetig. Es ist nie genug. Für alles muss man kämpfen. Und dann muss man sich auch noch selbst lieben. Auch das kann dann zum Kampf werden, weil man nie so ist, wie man sein möchte und nie dem Idealbild entspricht.

Menschen kämpfen zwei Kämpfe, die über allem stehen: der Kampf ums Überleben und der Kampf für mehr Liebe.

Diese zwei Kämpfe sind die einzigen Kämpfe, die viele verschiedene Gewänder tragen können und viele weitere Kämpfe verursachen können. 

 

Das Nacheifern von Idealbildern verhindert die Selbstliebe

SelbstliebeVor allem der Kampf für Liebe wird durch Idealbilder gespeist. Wir glauben, erst wenn wir unserem Idealbild entsprechen, also unsere ideale Version sind, dann haben wir Liebe verdient. Dann wird alles gut, dann sind wir komplett und ganz und angekommen. Dann haben wir die Liebe von uns und auch von anderen verdient. Erst wenn ich so oder so aussehe und schlank bin und diese Körbchengröße habe, mein Rüssel … cm lang ist, ich diese oder jene Performance ab liefere, ich das und das erreicht und geschafft habe, erst dann bin ich liebenswert genug, erst dann würde ich die nötige Liebe bekommen und mich selbst genug liegen können. Blabla! Das ist gewiss eine Ego Falle! 

 

Achtung Ego Falle!

Ego Fallen nenne ich mitunter das endlose Anstreben von Unerreichbaren oder auch liebevoll das Hinterherjagen von Karotten vor unserer Nase. Denn selbst wenn all diese Dinge da und erreicht sind, wird es trotzdem nie genug sein. Plötzlich mangelt es woanders.

Und sich erst zu lieben, wenn…ist keine Selbstliebe. Alles was in diesem Zusammenhang mit “wenn” beschrieben wird, ist keine wahre Selbstliebe. Selbstliebe ist bedingungslos. 

Das unendliche Streben nach dem starren und stark verankerten Idealbild verhindert die wahre Selbstliebe, genauso wie der falsche Glaube, dass Liebe nur im Außen zu bekommen ist. Dieser Glaube wurde in uns schon als Baby verankert, wir damals vollkommen auf die Liebe im Außen angewiesen waren. Wir kannten es nicht anders. Und wer das Spiel nicht durchschaut, der hetzt auch als erwachsener Mensch von einer Beziehung zur nächsten, um die Liebe im Außen zu bekommen. Doch die Erlösung folgt nie, es fehlt immer noch etwas. Es ist wie ein Puzzle, wo immer mindestens ein Teil fehlt, doch dieses fehlende Puzzleteil bist du selbst!

 

Der Weg zur Erlösung 

Um das Spiel zu durchschauen, ist es wichtig, diese ewige Jagd nach Idealbildern und das ewige Gefühl von “es ist nicht genug” zu hinterfragen. Nichts davon hat mit Wahrheit zu tun, mit dem was ist, mit Realität, nichts davon hat mit Liebe zu tun. Es sind Ideen von Egos, die ebenfalls glauben mehr Liebe zu bekommen, wenn… 

Es ist unsere Aufgabe das Spiel zu durchschauen und die Erlösung zu finden. Woher kommen die unrealistischen Idealbilder? 

 

Die Stimme im Kopf

SelbstliebeDas ständige Vergleichen und die ewige Jagd nach mehr, erzeugt sehr viel Druck und eine innere Unruhe. Um dem zu entkommen ist es besonders hilfreich, die Stimmen im Kopf zu beobachten. Wer denkt da überhaupt? Woher kommt der Drang zu vergleichen? Ich nenne die Stimmen im Kopf “The Voice” und praktiziere das Beobachten meiner Gedanken nun schon lange. 

The Voice denkt, es ist nie genug. Die Stimme im Kopf wird immer sagen: “nee da geht noch mehr. Wir sind nicht genug. Da muss noch mehr gemacht werden:” Diese Stimme halten wir zunächst für uns selbst. Doch letztendlich ist das wahre Selbst nicht diese Stimme. 

 

Die Falle der Selbstoptimierung

Im Menschenfreund Podcast und hier auf dem Blog stelle ich allerhand Selbstoptimierungsdinge vor, die ich für sehr wertvoll halte. Doch nichts davon macht dich mehr wert oder erhöht die Liebe in dir.

Dein unermesslicher Wert ist schon immer da. Alles andere sind Extras.

Wir Menschen wollen Liebe: bedingungslose Liebe

SelbstliebeDie ganze Welt dreht sich um Liebe. Selbst die Gier nach Geld, nach Materiellem, nach Spaß, nach Sex, nach Ablenkung, nach Karriere und Anerkennung – alles ist Teil der gleichen Medaille im Kern.

Als Baby wurden wir wie gesagt im Idealfall bedingungslos geliebt, obwohl wir nicht viel mehr als Sabber und Scheiße produzieren konnten. Doch schon in früherer Kindheit änderte sich das: Wir mussten plötzlich Bedingungen erfüllen. Plötzlich kamen Idealbilder hinzu, wie wir idealerweise sein sollten. Ganz ehrlich, viele Eltern machen viele Fehler, besonders auch weil sie sich selbst vernachlässigen, sich selbst nicht kennen, unbewusst sind und sich selbst kaum Wertschätzung und Erholung entgegenbringen. Der ganze Stress färbt sich auf das Kind ab. Der Mangel an eigener Selbstliebe wird übertragen. Kinder lernen an dem, was sie wahrnehmen, sehen und spüren.

Elternsein ist der schwerste Job der Welt. Viele geben ihr Bestes, doch du kannst ein Kind nicht komplett fehlerfrei erziehen. Dazu spielen viel zu viele Faktoren mit hinein. Die menschliche Psyche ist zu komplex und die Welt um uns herum erst recht. Um in dieser Welt zu bestehen braucht es Bedingungen. Man muss essen, man muss trinken, um nur zwei elementare Bedingungen zu nennen. Eltern müssen uns auf die Bedingungen vorbereiten, das ist Erziehung. Eltern geben ihr Bestes, das ist klar. Und das bedeutet vor allem Zeit und Liebe zu geben, aber Perfektion gibt’s nicht.

Selbstliebe durch Selbstreflektion 

SelbstliebeIn den meisten Fällen und bei den meisten Erziehungsfehler gibt es keine direkte Schuld. Die Eltern wussten es nicht besser und konnten es nicht besser. Wahrscheinlich waren sie eben nicht bewusst oder haben die Dinger einfach selbst so destruktiv kennengelernt. Was man Menschen aber vorwerfen kann, ist wenn sie eben nicht irgendwann anfangen an sich zu arbeiten. Das heißt sich mal selbst zu reflektieren, mal ihre Wunden aufzuarbeiten, sich mal mit jemanden hinzusetzen und das ganze mal anzugucken. Nur so wächst man aus seinen Mustern heraus und wird stärker und selbstbewusster. Das sollte meiner Meinung nach jeder tun im Leben.

Der Weg zur Selbstliebe

 

 

 

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Und wenn du Unterstützung auf deinem Weg der Weiterentwicklung haben oder dir generell Zeit ersparen möchtest oder dich in einer schwierigen Phase im Leben befindest, dann melde dich gerne unter Kontakt oder der Coaching-Seite und wir schauen wie wir dir helfen können.

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