Direkte Bewusstheit und Wertschätzung im HIER und JETZT: eine einfache Methode.

Georg Kirschstein

Ein Beitrag zur Podcast Folge auf dem Menschenfreund Podcast.

Verlorengegangene Wertschätzung

Stell dir mal folgendes Szenario vor: man ist aus irgendeinem Grund voller Groll und verbittert und lässt diese negative Energie an eine nahestehende Person aus. Die negative Gedanken sprudeln nur so aus einem heraus und man sagt viel Böses. 

Und dann: verliert man plötzlich diese Person – für immer. Das wäre doch furchtbar, wenn dies die letzten Worte wären; die man zu ihr oder zu ihm gesagt hätte. 

WertschätzungJe positiver, friedlicher und bewusster man jedoch wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert. Besonders durch die Vergänglichkeit können wir uns den Wert der Dinge und des Lebens vor Augen führen.

Denn würde man gewiss unendlich leben und alles, was man liebt gewiss für unendlich haben, würde sehr wahrscheinlich alles mit der Zeit an Wert verlieren. 

Das tut es tatsächlich auch jetzt schon, wenn die bewusste Wahrnehmung fehlt.

Viele Menschen gestalten ihr Leben so, als würden sie ewig leben und rauschen von einem Moment zum anderen und nehmen vieles als für selbstverständlich hin. Die Wertschätzung fehlt oft und so leidet oft die Umwelt unter der zerstörerischen Unbewusstheit des Menschen. 

Aber auch der Mensch selbst leidet an seinem unbewussten Handeln: die eigene Gesundheit stagniert, wichtige Körperfunktionen geben nach und nach den Geist auf. 

Oft kommt die fehlende Bewusstheit und Wertschätzung durch den alltäglichen Stress, dem wir unterliegen. 40 Stunden Arbeitswochen erlauben es wenig, regelmäßig inne zu halten und tiefe Dankbarkeit spüren zu können. Dieser Stress vom ständigen Leistungsdruck macht uns blind und lässt uns zum Teil abstumpfen. So kann es passieren, dass wir die vielen kleinen und großen Wunder um uns herum im Leben, in den alltäglichen Momenten gar nicht wirklich bemerken. Das wirkliche Wahrnehmen im Hier und Jetzt kann so leicht untergehen. Und so manch einer braucht dramatische Highlights, um mal aufgerüttelt zu werden und erst wenn etwas Schlechtes passiert, z.B. ein Verlust oder eine Krise, erst dann wird vorübergehend mal bewusst wahrgenommen, wie wertvoll alles doch eigentlich ist.

Doch auch das kann bei vielen wieder schnell verpuffen und der tagtägliche “Tiefschlaf” kommt zurück.

Doch Wunder gibt es überall

Doch wird man sich dem Wunder der Existenz bewusst, merkt man erst wie unbeschreiblich schön alles um uns herum ist. Wie unglaublich und atemberaubend der Gedanke doch sein kann, dass alles um uns herum existiert und niemand wirklich weiß, was das alles genau ist und warum es ist. Aber es ist nun mal da und es ist so unbeschreiblich schön! 

So wie Kinder können auch wir wieder lernen bewusst hinzusehen.

Es muss nicht erst etwas Schlimmes passieren, um aufzuwachen und bewusst das Leben wertzuschätzen, es braucht nicht erst einen Wachrüttler vom Leben, der dich aus der Trance holt. Die Wertschätzung kann geübt werden. Die verschiedenen Wege dazu werden wir dir hier in diesem Beitrag vorstellen. 

Perspektivenwechsel durch Kraft unserer Gedanken

Um wieder in tiefe Wertschätzung für dein Leben zu kommen, finde ich eine Blickwinkel-Änderung bzw. einen Perspektivenwechsel besonders wertvoll, da diese Methode so schnell und einfach umzusetzen ist und von überall möglich ist.

Ich mag einfache Sachen. Meiner Erfahrung nach bringen einfache Dinge und Methoden, die man regelmäßig macht, viel mehr als hoch kompliziertes Zeug, was kaum Spaß macht und nicht wiederholt wird.

WertschätzungEin kleiner Perspektivenwechsel reicht oft aus, um ein ganz anderes Gefühl zu bekommen, um sich letztendlich zu verändern und klarer zu sein. 

Gefestigte Perspektiven können durch Übung verändert werden, aber schon ein kurzer Perspektivenwechsel kann sofort unsere Biochemie, unsere Laune, unsere Wahrnehmung und unsere Sichtweise verändern – und das nur mit der Kraft der Gedanken.

Schnell können wir so präsent ins Hier und Jetzt kommen.

Klar wir sind natürlich immer im Hier und Jetzt. Selbst wenn du Zeitreisen machen könntest, dann wäre es immer noch jetzt und es ist immer jetzt. Du kannst nicht nicht jetzt sein, doch damit ist eben gemeint, bewusst und mit der Aufmerksamkeit voll und ganz da zu sein im Hier und Jetzt.

Bewusst präsent sein, anstatt den Gedanken zu folgen: an gestern, gleich oder morgen zu denken. 

Kein Mensch kann ständig und komplett präsent im Hier und Jetzt sein. Doch sich dessen zu nähern, kann die Lebensqualität erheblich steigern. Das Leben bewusst wahrzunehmen und wertzuschätzen, bringt mehr Glückseligkeit. Das Leben fühlt sich reicher und länger an, da man eben einfach viel mehr mitbekommt und jeden kleinsten Moment voll und ganz auskostet und erlebt, anstatt irgendwie durchs Leben zu rutschen und im Kopf immer woanders zu sein.

Immer schon im nächsten Moment oder im übernächsten zu sein, ist auf Dauer anstrengend und erzeugt viel Stress. Ein Extrembeispiel dafür ist das frisch verliebt sein. Viele Menschen sehnen sich danach. Vielleicht erinnerst du dich an eine Phase, wo du ganz frisch und glücklich verliebt warst: die Zeit mit deinem Schatz fühlte sich sehr intensiv an, eben weil wir in diesem Verliebtsein-Modus automatisch sehr präsent sind, in diesem Moment voll und ganz da und aufgeregt. 

Doch sobald man dann aber seinen Schatz gerade nicht gesehen hat, denkt man intensiv an ihn oder sie und ist ziemlich durch den Wind. Dann kreisen sich die Gedanken nur um den Liebsten und was im Hier und Jetzt geschieht, ist irrelevant. 

Das gleiche passiert auch oft beim Sex, beim Feiern oder beim Klettern: man ist durch die äußere Situation erzwungen, im Hier und Jetzt zu sein. 

Es ist ein tolles Gefühl ganz hier zu sein. 

Und zum Glück gibt es Methoden präsenter zu werden, ohne dass es dafür äußere Faktoren braucht.

Die folgende Übung zum Perspektivenwechsel und zur Bewusstmachung ist so simpel: es braucht nur ein paar bewusste Gedanken und ein wenig Einfühlungsvermögen. 

Neben mehr Bewusstheit bringt diese einfache aber durchaus auch radikale Übung auch Dankbarkeit und Wertschätzung: drei Faktoren, die viel zu einem glücklichen Leben beitragen. 

Übung zu mehr Wertschätzung

Die Methode funktioniert genau nach dem Prinzip, sich der Vergänglichkeit genau bewusst zu werden. Übungen dieser Art können starke Gefühle auslösen, je nachdem wie weit man geht und wie gut man daran ist, sich Dinge vorzustellen und sich hineinfühlen zu können.

Falls du aktuell eher sensibel und labil bist und eher starke Ängste hast, dann mach diese radikale Übung erstmal nicht. Vor allem nicht alleine. 

Wie ich zu dieser Übung kam

WertschätzungIch war letztens in einem Dönerladen und wollte mir eine Pizza gönnen. Das mache ich ungefähr alle zehn Tage mal, und den Rest der Zeit esse ich sehr gesund. In meiner Podcast Folge zur Glückernährung gehe ich darauf intensiv ein. 

Ich hatte einen sehr anstrengenden Tag im Krankenhaus hinter mir und ich war ganz schön platt. Durch die Erschöpfung vom Arbeiten war ich nicht gerade sehr präsent und bewusst. Ich hatte Hunger, war gestresst und viel im Kopf. Ich unruhig und überhaupt nicht wertschätzend. Ich wollte einfach nur schnell nach Hause und meine Pizza futtern. Vor mir warteten schon andere und ich spürte meine Angespanntheit. Ich war mit dem Moment nicht ganz zufrieden.

Genau in diesem Moment kam mir in den Sinn, dass es Zeit für einen Perspektivenwechsel ist. Ich habe genau gemerkt, wie dieser angespannte Zustand nur das Resultat der aktuellen Wahrnehmung und meiner Gedanken ist. Wie ich so unter Strom stehe, da ich mich mit meiner inneren Interpretation des Lebens identifiziere. 

Also stellte ich mir vor, wie es anders wäre

Ich stellte mir die aktuelle Situation in der radikalsten Form vor: “Was wäre, wenn das Jetzt mein letzter Moment wäre oder die letzten Minuten meines Lebens wären?”, dachte ich. 

Was wäre, wenn dieser Raum, mit dieser Szene und diesen Leuten das allerletzte wäre, was durch diese Augen und meinen Körper wahrgenommen werden würde?

Ich fühlte mich mehr und mehr hinein, wie es wäre wenn.

Ich malte mir aus, wenn jetzt wirklich die letzten Minuten meines Lebens wären. Wenn ich wüsste, dass das Leben gleich vorbei wäre und dieser Ort das letzte wäre, was ich von dieser Realität als Mensch wahrnehmen würde. 

Ich fühlte es unmittelbar: der Stress fiel von mir ab, die Gedanken an den nächsten Moment oder Morgen waren sofort weg. Es kam kaum Traurigkeit in mir hoch, sondern pure Wertschätzung.

Sofort gingen meine Augen weit auf und ich war völlig präsent, völlig wach, völlig da und ich sah mich um und konnte einfach nur staunen. 

Ich sah die anderen wartenden Menschen um mich herum und hatte plötzlich so viel Dankbarkeit Für sie. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, sie alle umarmen zu wollen.

Ich sah die Bilder an der Wand und konnte die Details genau wahrnehmen. Es ist unbeschreiblich, wie kraftvoll diese Übung mich ins Hier und Jetzt gebracht hat. Ich wollte alles anfassen und fühlen. Ich wollte die Tapete ablecken (zumindest in Gedanken kam der Impuls dazu). 

Je mehr ich mich da reinsteigerte und rein fühlte, umso mehr vergaß ich Raum und Zeit. Es waren vielleicht nur ein paar Sekunden oder vielleicht sogar eine Minute, doch es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. 

Unglaubliche Dankbarkeit stieg in mir für alles auf: für diese Existenz, für dieses Leben und generell für diesen Moment. Aber besonders auch für die Dinge um mich herum. 

Vergleich mit anderen Methoden

Ich habe schon viele Übungen und Meditationen ausprobiert, doch noch nie konnte ich diesen Zustand der tiefen Wertschätzung so direkt erleben. Der Kontrast zur vorherigen Stress-Situation war so groß, dass ich die Wertschätzung umso tiefer spüren konnte. 

Und das alles nur durch das kurze Hineinfühlen “wie es wäre”.

Seit diesem Erlebnis, mache ich diese Übung regelmäßig. Vor allem wenn ich vom echten Leben abgedriftet bin und mich getrennt und abgestumpft fühle. 

Und immer kommt sofortige Wertschätzung für mich, für andere Menschen und für diese Existenz.

Es ist unglaublich was schon kurze Gedankenspiele am Empfinden dieser Realität verändern können.

Wie geht es weiter?

Ich werde demnächst noch weitere Methoden vorstellen auch weitere Übungen zur Wertschätzung.

Es ist nicht nur gut sich mal kurz aus der Unbewusstheit zu schießen, sondern auch um generell bewusster zu werden. Das Level dabei steigt und steigt.

Ich habe sonderlich unbewusste Momente immer weniger. Wie gesagt, man muss nicht immer nur voll präsent sein. Es gibt natürlich auch stressige Tage und Momente, wo es schwer fällt, Wertschätzung zu spüren. Doch gerade an solchen Tagen hilft diese einfach Methode. 

 

Alles Liebe, dein Georg.

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