Hochsensibilität – Die Welt intensiv wahrnehmen

Tina

HochsensibilitätHeute schneide ich ein Thema an, welches mich in den letzten Jahren sehr begleitet hat: Hochsensibilität. Ich bin vor allem damit in Berührung gekommen, seit dem ich nach Berlin gezogen bin und mir aufgefallen ist, wie sehr mich das Leben in der Großstadt mit all den verschiedenen Reizen und Informationen kontinuierlich erschöpft und auslaugt. Ich wollte es erst lange nicht wahrhaben, da ich ein Mensch bin, der große Menschenmassen eigentlich sehr mag – ich bin schon immer auf Festivals gegangen und habe regelmäßig Großveranstaltungen aufgesucht. Das große Angebot in Berlin war sogar einer der Gründe, warum ich in die Stadt gezogen bin. Doch so sehr mich Veranstaltungen dieser Art beflügeln, genauso viel Energie ziehen sie und ich bin noch Tage danach überreizt und brauche viel Zeit, um meine Akkus wieder aufzuladen. 

Anstatt dagegen anzukämpfen, dass ich viel Zeit für mich brauche, oft Rückzug aufsuche, oft Treffen mit Freunden absage, oft die Natur aufsuche und mein Umfeld wie ein Schwamm aufsauge, versuche ich mehr und mehr die Hochsensibilität als Chance und Gabe anzusehen. 

Hochsensibilität als Chance und Gabe 

HochsensibilitätFeinfühligkeit bedeutet nicht nur stark emotional zu sein (obwohl tiefes Mitgefühl und Empathie definitiv zur Hochsensibilität dazu gehören). Es bedeutet viel mehr die Innen- und Außenwelt intensiv über alle Sinne wahrnehmen zu können. Das führt dazu, dass feinfühlige Menschen Dinge sehen bzw. fühlen können, worauf andere Menschen eher keinen Zugriff haben. Das macht hochsensible Menschen weder besser noch schlechter. Es ist so wie es ist. Es geht vielmehr darum, es liebevoll anzunehmen (egal ob man selbst hochsensibel ist oder jemanden in seinem Umfeld kennt) und zu lernen, damit umzugehen.

Denn abgesehen davon, dass eine verstärkte Sinneswahrnehmung oft zu Erschöpfung und Überreizung führt, ist Hochsensibilität ein großes Geschenk und eine Chance in der Gesellschaft dazu beizutragen zu helfen und zu heilen. 

Da hochsensible Menschen sich oft zurückziehen müssen und dazu neigen, sich ausgegrenzt zu fühlen, kann das starke Empfinden und die daraus folgenden physischen Symptome eher als Schwäche anstatt als Stärke im Alltag angesehen werden. Doch sobald man sich seiner eigenen Hochsensibilität bewusst wird und liebevoll und achtsam damit umgeht und gezielt einsetzt, können wundervolle Dinge entstehen. 

Was ist Hochsensibilität?

HochsensibilitätVorab möchte ich hier betonen, dass Hochsensibilität kein wissenschaftlich fundiertes Konzept ist. Es gibt bis jetzt wenig Forschung über das Thema und deshalb auch keine einheitliche wissenschaftliche Definition. Hochsensibilität ist keine Diagnose und auch keine psychische Störung oder Erkrankung. Es ist vielmehr eine besondere Form der Reizverarbeitung. Die Außenwelt mit allen Informationen und Reizen wird durch die eigenen Sinne verstärkt wahrgenommen und verarbeitet, was oft zu Reizüberflutung und Überlastung führen kann. Der eigene Filter lässt quasi viel mehr durch. Es kommt zu einer höheren Empfänglichkeit und gleichzeitig zu einer höheren Empfindlichkeit. Man spricht davon, dass ungefähr 20% der Menschen in Deutschland hochsensibel sind. 

Wie äußert sich Hochsensibilität?

Zu erkennen, dass man selbst hochsensibel ist, kann schwierig sein. Man kennt ja selbst nur die eigenen körperlichen Wahrnehmungen und weiß gar nicht, wie andere Menschen Reize und Informationen aufnehmen und verarbeiten. Man steckt in seinem eigenen Körper und empfindet dies als eigene Realität. Doch beobachtet man andere und sieht, dass sie vielleicht viel mehr Energie haben und ständig unter Leuten sein können, kommen eventuell Fragen auf. 

Hier möchte ich ein paar der typischen Symptome auflisten, die hochsensible Menschen eventuell haben. Natürlich kann man nichts über einen Kamm scheren und nichts davon ist allgemein gültig, doch kann vielleicht helfen, sich selbst und sein Umfeld besser verstehen zu können. 

“Alles ist zu viel: zu viele Menschen, zu viele Geräusche, die Energien anderer hauen mich um, ich nehme alles wie ein Schwamm auf”

Körperliche Symptome

HochsensibilitätMüdigkeit, Erschöpfung, innere Anspannung im Körper, eventuell Migräne – dein Nervensystem muss sich nach vielen Eindrücken und Reizen erholen

Überreizung, Überstimulierung der eigenen Sinne

Überaktiver Geist – es ist schwer zur Ruhe zu kommen, dadurch eventuell Schlafstörungen 

Das eigene Wohlbefinden ist stark abhängig von Hunger und Müdigkeit 

Erhöhte Hitze-Kälte-Empfindlichkeit

Empfindlichkeit gegenüber Nikotin, Kaffee, Alkohol,… 

Anfälligkeit für Stresskrankheit

Erhöhte Schmerzempfindlichkeit und schwacher Kreislauf

Neigung zu Allergien, Unverträglichkeit

Intensive Gefühlswelt

HochsensibilitätStark ausgeprägte Gefühlswahrnehmung: Mitgefühl, Empathie (kompletter Weltschmerz)

Energie des Umfelds kann starken Einfluss auf eigenes Gemüt haben (alles wird wie ein Schwamm aufgesaugt) – schwer, eigene Energie halten zu können 

Starkes Emotionserleben in beide Richtungen – viel Freude/Liebe, aber auch Trauer, Wut, Verzweiflung 

Abgrenzung und Nein sagen fällt schwer, da man sich nicht ständig ausschließen will, doch Körper braucht Pausen – Konflikt zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen (soziales Miteinander, Ruhe und Pause für Körper)

Tiefes Harmoniebedürfnis: Wunsch allen gerecht zu werden

Stark ausgeprägte Intuition und Bauchgefühl

Ausgeprägte Kreativität durch verschärfte Sinne, dadurch Potential Visionär zu sein

HochsensibilitätIch möchte noch kurz klarstellen, dass hochsensible Menschen nicht automatisch schüchtern oder introvertiert sind. Ich bin da das beste Beispiel. Viele meiner Freunde sind irritiert, da sie mich als sehr offen und kontaktfreudig kennen gelernt haben. Ich war auf vielen Veranstaltungen und hatte oft mehrere Verabredungen an einem Tag. Bis ich gemerkt habe, wie sehr mich die vielen Eindrücke, Informationen und Reize auslaugen und erschöpfen und dass mein Körper regelmäßig Pausen zum Ausgleich braucht. Ich liebe es mit vielen Menschen zusammen zu sein, doch gleichzeitig zerrt es an meiner Energie.

Und da hochsensible Menschen einfach schneller erschöpft sind, müssen sie sich zum Schutz des öfteren zurück ziehen, große Gruppen vermeiden, Verabredungen absagen oder eine Veranstaltung früher verlassen. Und das kann im sozialen Kontext schnell als schüchtern oder introvertiert interpretiert werden.

Sinnbildlich kann man sich einen hochsensiblen Menschen wie eine Batterie vorstellen. Der Akku geht 10 mal so schnell leer, wenn man sich vielen Reizen aussetzt und es braucht auch viel mehr Zeit den Akku wieder aufzuladen. 

Wie kann ich mich im Alltag schützen und Hochsensibilität als Gabe nutzen?

HochsensibilitätDer erste Schritte wie bei allem im Leben ist die Bewusstmachung. Wie reagiert mein Körper auf die verschiedenen Sinneseindrücke und Reize? Bin ich oft erschöpft und müde? Strengen mich große Menschenmengen an? Sich einzugestehen, dass man einfach viel wahrnimmt und dadurch regelmäßig erschöpft ist und Pausen braucht, kann Verständnis und einen liebevollen Umgang mit den eigenen Bedürfnissen bringen. 

Der nächste Schritt ist, herauszufinden, wie ich mit meinen (zum Teil widersprüchlichen) Bedürfnissen liebevoll und achtsam umgehen kann. Selbstfürsorge und sich die eigenen Grenzen einzugestehen steht da an erster Stelle. 

Hier ein paar Tipps, wie du mit deiner Hochsensibilität im Alltag umgehen kannst:

  1. Kenne deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse und akzeptiere und kommuniziere sie! Lerne Nein zu sagen (bei Erschöpfung Veranstaltung verlassen, …)
  2. Mach Selbstfürsorge zur absoluten Priorität! Mehr Schutz, mehr Achtsamkeit – “Selbstfürsorgeplan” erstellen: was tut mir in welchen Situationen gut? 
  3. Schaff dir Rückzugsräume (z.B. eigene Wohnung als Schutzort/ Ruheort/ “Wohlfühloase” zum Batterien Auftanken) 
  4. Verbring Zeit alleine, um deinen Akku wieder aufzuladen
  5. Suche regelmäßig Kraftorte auf und verbringe Zeit in der Natur, um dich zu erden, um im Einklang mit Mutter Erde zu sein und in deine eigene natürliche Kraft zukommen – Frage dich: Was sind Orte, die mir Energie schenken? Was sind Orte, die mir Energie rauben und wie kann ich mich davor schützen? 
  6. Integriere Achtsamkeitstraining, Meditation, Autogenes Training, QiGong oder ähnliches in deinen Alltag, um für Entspannung in Körper, Geist und Seele zu sorgen, im Hier und Jetzt zu sein und um dich mit deinem Atem zu verbinden (Frage: Wird dein Atem flacher bei Anspannung?)
  7. Etabliere ein gutes Zeitmanagement: vermeide Multitasking und erledige stattdessen eine Sache nach der anderen bewusst, da sonst Überlastung und Stress entsteht
  8. Reduziere beziehungsweise nutze Social Media achtsam, da dabei zu viele Informationen auf dich einprasseln 
  9. Erlaube dir viel Schlaf (mind. 6 Stunden), damit dein Gehirn im Schlaf (REM Phase) Eindrücke vom Tag verarbeiten kann und dein Akku wieder aufgeladen werden kann. Sorge für einen gesunden Schlaf: frische Luft, dunkler Raum, Schlafplatz keine Elektronik, vorher kein Fernsehen, Handy Nutzung
  10. Integriere regelmäßige Check-ins  im Alltag: Wie geht es mir gerade? Was braucht mein Körper? Schließ dafür kurz die Augen – atme tief ein und tief aus und schau, was du gerade brauchst (Pause machen? Bewegung?) – Handle im Hier und Jetzt und nicht erst dann, wenn es zu spät ist
  11. Probier “freies Schreiben”, um Eindrücke und Gedanken zu verarbeiten und einzuordnen
  12. Und allgemein, achte darauf: Viel Wasser trinken, gesunde (basische) Ernährung, genug Bewegung, ein gutes Umfeld, was Energie gibt und nicht nimmt, eine gute Morgen- und Abendroutine mit bewussten Intentionen

 

Egal, ob du dich als hochsensibel einschätzen würdest oder nicht. Wir alle sind in heutigen Zeiten vielen Reizen und Informationen ausgeliefert und viele gehen durch einen stressigen und fordernden Alltag. Ich hoffe, diese Tipps können dich in deiner Lebensgestaltung begleiten und dir helfen, bewusster und glücklicher zu leben. 

Mit Liebe, Tina.

 

Wir freuen uns wie immer, mit dir in den Austausch zu kommen. Schreibe uns gerne deine Gedanken zum Thema Hochsensibilität in die Kommentare oder schick uns eine Nachricht über das Kontaktformular. Würdest du dich selbst als hochsensibel einschätzen? Kennst du jemanden, der hochsensibel ist und wie gehst du damit um? 

 

 

Wir wünschen dir alles Liebe auf deinem Weg!!

Frieden beginnt bei mir

 

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