Die schönste Leiche sein.

Georg Kirschstein

Das Leben ist keine Fahrt zum Grab, bei der man ständig gelangweilt oder gestresst auf die Uhr guckt und bei der man versuchen soll möglichst sicher, unversehrt und schön dort anzukommen.
Es ist vielmehr eine Reise voller Höhen und Tiefen bei der man am Ende sagen sollte, “ Woooow was für eine Fahrt “.

Wir leben nicht auf diesem Planeten, um irgendwann möglichst unverbraucht und gutaussehend aufzuhören zu leben.

Oder?

Haben wir aber nicht all auch diese lebensbedrohlichen, bremsenden Anteile in uns? Diese zurückhaltenden Zweifel, Ängste und Bequemlichkeitsgedanken.

Manchmal sind wir ihnen verfallen und viele schaffen es nicht, sie ausreichend zu bändigen.

Schleichend lassen sie sich, Jahr für Jahr, weiter und tiefer von ihnen in den Sessel drücken.

Manche Menschen scheinen nur noch zu leben um möglichst sicher, ungezeichnet und makellos ins Grab zu steigen. Möglichst ohne (weitere) Narben, Kratzer und Erfahrungen.

Sie behandeln sich wie ein wertvolles Auto das ständig nur in der Garage steht und nie seine Fähigkeiten austesten und an seine Grenzen gehen darf. Ein wunderschönes starkes und robustes Auto, ohne jegliche Kratzer, das nur irgendwann verschrottet wird, weil der Motor festgerostet ist oder ein Marder die wichtigsten Kabel durchgebissen hat.

 

Du willst immer nur Sicherheit und Sicherheiten.

Du willst nie frieren nichts riskieren,
nichts einsetzen und geben.
Du denkst, Leben bedeutet nicht zu streben.
Und du magst lieber vermeiden dich zu entscheiden.

Du willst keine Fehler machen.

Du willst nichts versuchen und probieren.
Dich schonen und nie verbiegen, nichts investieren.
Dich um Himmels willen nie blamieren, niemals scheitern und versagen.
Ja, du musst dich fragen:
Ist es wert deswegen echte Lebenszeit zu vergeben?

Magst du nicht irgendwann den kurzfristigen Komfort gegen langfristiges Glück eintauschen?

Nicht über deine Kopfgrenzen gehen und die echten Grenzen sehen?

Willst du dich immer weiter schonen?
Nie anecken, nie auf den Tisch klopfen, nichts bezwecken?
Du magst da bleiben, wo du gerade bist.
Ohne Zeichnungen der Geschichte.
Ohne deinem inneren Kind Luft zum Atmen zu geben.
Keine Narben bekommen, dich nicht aufreiben und abnutzen, nicht altern, nicht wachsen und gedeihen, dich nicht verändern und somit weiter das, wofür du hier bist, ignorieren.

Du willst die makelloseste Leiche sein.

 

Oder nicht?

Im Wort Leben steckt leben.
Und leben bedeutet auch Bewegung – es passiert etwas.
Es ist in Aktion.
Es ist lebendig.

Leben heißt erleben, wahrnehmen, genießen, wirken.

Ist es nicht besser, man sammelt Erlebnisse anstatt Gegenstände?

Ist es nicht wertvoller, man ist reicher an Erfahrungen als an Besitztümern?

Es ist noch immer nicht zu spät, mit dem Sammeln zu beginnen.

Aber auch deine Zeit ist nicht unendlich.
Jeder Tag ist kostbar, jeder Tag ist ein neuer Anfang.

Tu wonach dir ist. Konfrontiere die Bremsen in deinem Kopf. Nur dort sind Sie zu finden.

Klar, die einprägendsten Erlebnisse sind oft die, bei denen wir unsere Ängste konfrontieren.

Hinter ihnen verbirgt sich viel Glück und Freiheit.

Wo liegen deine Ängste?

Welche kannst du zuerst angehen?

Schritt für Schritt.

Es müssen nicht immer die “auf den ersten Blick” scheinbar besonders aufregend wirkenden Erfahrungen sein, die das Leben besonders machen.

Es gibt soviel Wunderbares. Ein nettes Gespräch kann einen mehr prägen als eine Reise zu den Niagara Fällen, die Besteigung des Mount Everest, die Beschreitung des Jakobswegs, ein Fallschirmsprung und Co.

Man muss nicht die Welt bereisen um reich an Erfahrungen und Erlebnissen zu sein.

Man muss überhaupt nicht viel reisen dafür.

Man muss nur den Blickwinkel ändern. Bewusst hinsehen. Seine eigene kleine große Welt verändern.

Ein Spaziergang im Wald nebenan kann ein lebensveränderndes und wunderbares Erlebnis sein.

Spazieren und Wald. Da steckt soviel Leben drin.

Ja auch bewusstes Ausruhen ist eine Aktion und ist Leben.

Lieber meditieren oder bewusst nichts tun als gar nichts tun.

Vermeiden hält einen physiologisch auch irgendwie am Leben. Aber ist es Leben?

Lieber einmal mehr einfach-mal-machen und gucken, was passiert. Sich neuen Gegebenheiten anpassen lernen, anstatt ewig an altem festzuklammern. Vertrauen üben. Vertrauen und Gelassenheit im unbeständigem Leben. Es geschieht etwas.

Vergiss nicht, wie lebendig es sich anfühlt, Fehler zu machen.
Oh, wie wäre das Leben langweilig ohne menschliche “Fehler“.

Wir leben, um stetig Erfahrungen zu sammeln und dazuzulernen. Jetzt.

Menschen sind Abnutzungsgegenstände. Und doch hält uns die Bewegung jünger, fitter und gesünder.

Wir sind für Bewegung gebaut und brauchen Aktion.

Wir leben, um zu leben.

Auf zum nächsten …………….. .

 

 

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1 Kommentar

  1. Avatar

    Konsum ist eine Illusion der Zufriedenheit… Es befriedigt nur kurzfristig, so daß man ständig konsumieren muss😢… Das wirkliche und langanhaltende Gefühl der Zufriedenheit erreicht man, wenn man die Psyche versteht… Wenn man die Fragen des Lebens beantworten kann… Dann sieht man alles mit anderen Augen❤️ auch über den eigenen Tellerrand hinaus… Wenn jeder sein kleinen Teil dazu beitragen würde die Welt ein bisschen besser zu machen, dann hätten wir in naher Zukunft eine Gesellschaft die es schafft die Probleme wirklich zu lösen… 🤔❤️

    Antworten

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