Die Welt ist zu alt

Christiane Pisoni

Eine ältere Dame äußerte mal während eines beiläufigen Gesprächs den Satz „Die Welt ist zu alt“ und beendete damit sehr bestimmt unsere zufällige Konversation, als wäre damit alles gesagt.

Der Satz interpretierte sich in meinem Kopf einfach mal alleine weiter. Die Welt, das System und das Miteinander in dem wir leben ist zu alt, zu marode, weil wir uns trotz Entwicklungen nicht wirklich grundlegend mit verbessern. Stattdessen nehmen wir unser bisheriges Benehmen und unsere Erfahrungen – gute und schlechte – und basteln das irgendwie mit auf die Veränderungen drauf. 

Vielleicht sind wir an dem Punkt angekommen, wo man einfach mal alles grundlegend neu erdenken sollte, bzw. nochmal von Neuem anfangen sollte, auch weil zu viel, zu schnell passiert ist. 

Ein Beispiel: Die früher so große Welt ist so schnell, so klein und so erreichbar geworden, dabei hat ein Teil von uns immer noch das Denken „von immer“ in uns. Es ist uns so angeboren, oder so fest antrainiert, dass wir es überall mitnehmen, gar mit ins weltweite Netz zu ziehen. 

WeltWir haben „soziale“ Medien als Kommunikationsplatz kreiert und uns fällt manchmal nichts Besseres ein, als mit dem Finger auf schlecht recherchierte Nachrichten oder die als Fakt verkaufte Meinung Anderer zu zeigen, während wir genau damit ja oft zeitgleich die Nächsten davon posten. Zu gerne beziehen wir Stellung zu Geschehnissen, die wir gar nicht nachvollziehen können, weil sie sich über Generationen, in ganz anderen Kulturen und Umfeldern und hunderttausenden unterschiedlichen Köpfen aufgebaut haben. Der Unterschied ist, man bekommt sie plötzlich hautnah mit und wir denken:  wir erfahren davon, uns geht es augenscheinlich besser als denen, über die berichtet wird, also MUSS ich mitreden. Muss man aber gar nicht, zumindest nicht mit dieser emotionalen Bestimmtheit, die dem Gegenüber die Luft zum Atmen nimmt. Das bringt leider selten eine Lösung, stattdessen machen unsere, für uns gültigen Meinungen und Erfahrungen alles für den Anderen nur noch komplizierter.

Wie es wohl wäre, den Blick wieder mehr dort zu lassen, wo man drüber wegzuschauen tendiert: in unsere unmittelbare Nähe – um etwas neu zu gestalten, einfach mal anders als gewohnt, ja einfach unerwartet zu agieren.

Unsere Meinung im Hier zu äußern scheint mir oft effizienter, als sie über die Kontinente und in uns unvertrauten Wissens- Lebens und Erfahrungsbereichen zu schreien. 

Den Blick eben nicht in die Ferne richten, wo Floskeln ausreichen, weil man von weit weg nichts Anderes tun muss, außer eben klug zu …reden.

Wir verschwenden oft so viel Zeit auf Dinge, die wir mitteilungsbedürftig, durch laute Kritik, mit Halbwahrheiten und altklugen Weisheiten im Großen ändern wollen. Irgendwie bringt das nichts, außer Aggression und Missverständnis.

WeltWas wäre also, wenn man sich einfach um sich selbst kümmert, und um seinen direkten Nebenan oder Gegenüber. Aber vor allem darauf achtet, wie wir uns mitteilen. Ein fürsorgliches und nettes Wort kann für jemanden den ganzen Tag ändern und letztendlich irgendwie der Anfang sein, für einen wirklich offenen und effizienten Austausch, der letztendlich viel weitere Kreise ziehen kann.

Wie wäre also ein Tag mit ehrlich guter Laune und mit nur guten Nachrichten, die wir im Bestfall selbst produzieren. Nicht weil die schlimmen Nachrichten ignoriert werden sollen, sondern weil eher etwas liebevolles Kleines und Positives auch im Ganzen viel heilender wirken kann. Und die Welt vielleicht wieder ein bisschen verjüngt.

 

 

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