Fahne zeigen oder nicht? Die Logik der Grünen Jugend.

Georg Kirschstein

balkon in berlin mit zahlreichen deutschlandfahnen zur fussball europameisterschaft 2016 verziertDie Jugend der Grünen in Rheinland-Pfalz, Berlin und anderen Landesteilen hat dazu aufgerufen, auf die Deutschland Fahnen bei der EM zu verzichten, da unsere Landesflagge ihrer Meinung nach ein Ausdruck von Nationalismus sei.

„Fußballfans, Fahnen runter“, schreiben sie auf ihrer Facebookseite.

Nach der Logik der Grünen Jugend ist auch ein Patriot gleich ein Nationalist und somit generell ausländerfeindlich.

Was geht nur in diesen Köpfen vor?

Viele deutsche Menschen freuen sich, dass man seit wenigen Jahren auch hierzulande (wenigstens bei einem Sportereignis) wieder Heimatverbundenheit ausdrücken kann, ohne gleich als Nazi beschimpft zu werden. Und nun kommen die Grünen an und wollen einem das Fahnenschwenken schlechtmachen und uns wieder in die Nachkriegszeit zurückreden.

Wir haben in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern eher weniger Patrioten und nach wie vor einen sehr verkrampften und zurückhaltenden Umgang mit unserem Land, welches uns eigentlich sehr vieles bietet, für das man dankbar sein kann und was unsere Großeltern sowie viele hart arbeitende Gastarbeiter aus aller Welt für uns aufgebaut haben. Es ist rein gar nichts Verächtliches daran auch in Deutschland ein Patriot zu sein.

In vielen anderen Ländern ist das selbstverständlich: Die Menschen dort zeigen deutlich öfter Flagge und sind deshalb auch nicht mehr oder weniger ausländerfeindlich.

Wer hier alle unter Generalverdacht stellt, benutzt eine Verallgemeinerung, die genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie scheinbar bewirken sollte.

Wer Patriotismus mit Nationalismus vermischt, der begeht einen riesigen Fehler und gibt den wahren Nationalisten weitere Möglichkeiten, nicht als solche erkannt zu werden.

Des Weiteren hat Heimatverbundenheit nichts damit zu tun, gleich ein Patriot zu sein.

Besonders in einer Welt, die ziemlich aus den Fugen geraten ist, klammern sich die Menschen gern an das, was sie haben: an Sicherheiten und Geborgenheit. Eine Heimatverbundenheit bedeutet doch nicht, dass man andere deswegen in einem schlechteren Licht oder als minderwertig betrachtet.

Für die meisten Menschen ist es ganz normal, auch in einer globalisierten Welt zu ihrer Heimat zu stehen, ohne andere als schlechter zu anzusehen.

Ist denn jetzt jeder Marokkaner, jeder Engländer, jeder Franzose, Amerikaner oder Chilene ein Nazi, weil er eine Landesflagge besitzt?

Noch dümmer erscheint mir eine Symboldiskussion in einem Fußballturnier, bei dem man sich gerne mit seinem Team identifiziert.

Ein Fan zu sein, eine Fahne zu schwenken oder im Garten stehen zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass man Patriot ist, was ja an sich auch nichts Verkehrtes wäre.

Nach der Symbol-Logik der Grünen müsste sich sozusagen auch jeder Bayern-Fan neutral im Dortmunder Stadion zeigen, um die BVB Fans nicht auszugrenzen oder umgekehrt.

Identität ist den Menschen überall auf der Welt sehr wichtig. Schon die Indianer zeigten gewisse Symbole, die sie und ihresgleichen identifizierten. Selbst wenn es keine Grenzen mehr auf der Welt geben und nur noch eine Weltregierung existieren würde, wäre den Menschen die Verbundenheit zu ihrer Heimat wichtig.
So ticken Menschen nunmal. Das bedeutet nicht, dass sie andere Menschen oder Regionen weniger respektierten oder lieben.

Die Grünen in Rheinland Pfalz müssen verstehen, dass gewisse Identitätssymbole nichts mit Feindlichkeit gegenüber anderen zu tun hat. Und nur weil eine Minderheit Identitätssymbole missbraucht, kann man doch nicht die breite Masse, die dies nicht tut, unter Generalverdacht und in die rechte Ecke stellen.
Und ihnen ihre jeweiligen Regionalsymbole schlechtreden.

Euer Vorschlag zielt genau in die falsche Richtung und erscheint mir sehr menschenfremd und völlig am eigentlichen Thema Rechtsextremismus vorbei.

Ich kann mir nur vorstellen, dass die jungen Grünen sich durch diese sinnlose Miesmacherei ins Gespräch bringen wollten.

Thema verfehlt! Setzen, 6!

 

Von einem Deutschen, der gerne reist, Ausländer im engsten Freundeskreis hat, andere Länder liebt und dennoch auch in Liebe zur Heimat Deutschland verbunden ist.

Klicken zum Artikel „Du bist Deutscher, also hasse dein Land!?“

Integration und Frieden gelingt nur, wenn man jeden gleich behandelt und respektiert und allen Menschen die größtmögliche Freiheit gibt, ohne die Werte und Identität des Landes aufzugeben.

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2 Kommentare

  1. Avatar

    Ich glaube sie verstehen einfach nicht das Nationalismus immer schlecht ist. Der deutsche Nationalismus genauso wie jeder andere auch. Und genauso liegt das auch die Grüne Jugend. Und da der deutsche Nationalismus nunmal der bestimmende in Deutschland ist, muss man auch gegen ihn vorgehen. Und wenn eine Nationalflagge kein Ausdruck von Nationalismus ist dann weiss ich auch nicht.

    Antworten
    • Georg Kirschstein

      Danke für ihre Meinung. Das sehe ich jedoch teilweise anders. Eine Welt ohne Grenzen, wäre sicherlich schön. Aber eine Welt ohne kulturelle Unterschiede und Eigenarten der Völker wird und kann es nicht geben. Und Menschen sind nunmal auf gewisse Eigenarten Traditionen und kulturelle Aspekte stolz auch ohne dabei diese oder andere Eigenschaften an anderen Menschen oder Völkern zu missbilligen. Obwohl sich alles mehr und mehr vermischt so sind gewisse Traditionen und Gegebenheiten einzelner Regionen und Völker auch ortsspezifisch weiterhin wichtig für die Menschen. Es ist offensichtlich das die meisten Menschen weltweit Wert darauf legen und ihre kulturellen Symbole und Traditionen nicht aufgeben wollen. Viele identifizieren sich teilweise dadurch. Die Ureinwohner Papua Neuguineas wollen auch nicht unbedingt mit unseren Werten oder mit Coca Cola, DSDS und anderen Dingen unserer Kultur und Lebensweise vollgepumpt werden. Sie wollen ihre Merkmale, Kultur und ihre Symbole behalten. Es ist eine Schande das wir immer noch Missionare in solche Regionen schicken um anderen unsere Kultur und unseren Glauben aufzuzwingen. Früher gab es vielmehr Regionale Ortspezifische Flaggen in der Region in der Deutschland liegt, heute symbolisiert diese dazugehörigkeit in unserer Region eben die Deutschland Fahne.
      Wer seine Heimat Deutschland, Bayern, oder Spanien, Katalonien, oder Amerika oder Papua Neuguinea schätzt, der muss doch nicht gleichzeitig automatisch andere Regionen und Kulturen diskreditieren. Dies ist sogar die Ausnahme und nicht die Regel. Eine Regionale – Fahne fördert nicht die diskredition anderer, so wie es behauptet wird. Und gleichzeitig würde ein Rechtsextremer auch ohne Deutschlandfahne andere diskreditieren. Dumm bleibt dumm ob mit Symbolen oder ohne.

      Wer jedoch seine Region schätzt der sollte nicht dafür an den Pranger gestellt werden weil er eine Deutschland, Frankreich, Neuguinea, Costa Rica usw. Fahne besitzt. Es ist allzu menschlich Symbole zu besitzen. Die Grünen schwenken ihre Fahne um die dazugehörigkeit zu symbolisieren und andere Parteien besitzen ebenso ihre speziellen Wappen, Farben und Symbole. Auch Länder unterscheiden sich nunmal durch Farben und Wappen. Dies hat auch etwas ganz praktisches.

      Besonders bei Wettkämpfen wie einem Sportereignis bietet es sich an das alle unterschiedlich gestaltete Trikots tragen und andere Fahnen schwenken. Warum dann nicht die Landesfarben nehmen ??? Verstehe ich nicht ganz. Man signalisiert damit wem man die Daumen drückt, so wie ein Fan der Grünen sich sicher auch nicht in blau anmalen würde.

      Beim Sport ist dies umso mehr verständlich. Anschließend liegt man sich mit den Fans des Kontrahenten auch oft in den Armen oder trinkt ein Bierchen zusammen, egal in welcher Farbe der oder die jenige bemalt ist und welche Fahne er oder sie geschwenkt hat.

      Nur Menschen die Symbolik nicht von Ideologie trennen können werden dies missbrauchen oder missverstehen.

      Es wird immer kulturelle Unterschiede geben und das ist nicht schlimm sondern wunderbare Vielfalt. Ob man dies nun mit Symbolen ausdruckt und unterstreicht, bleibt jedem selbst überlassen.

      Wir sind alle eins und dennoch dürfen kulturelle und regionale Unterscheide gestattet sein.
      Wir müssen in den Herzen und unserer Verantwortung für unseren Planeten zusammenwachsen und nicht in der Kultur.

      Antworten

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