Gastbeitrag: AFRIKA FÜR EINSTEIGER

Christian Fopa

Ebola, AIDS, Vorurteile: Eine Kurzgeschichte des leidenden Afrika

Wie gut die breite Mehrheit der Bevölkerung der westlichen Nationen Afrika kennt, ist eine interessante Frage. Für viele ist Afrika nämlich kein Kontinent, sondern ein Land. Das Land der Schwarzen. Die Hochbegabten in dieser Kategorie der „Afrika- Experten“ gehen sogar weiter und unterscheiden zwischen „Schwarz-Afrikaner“ und „Schwarz-Amerikaner“ über die Spezies „Schwarz-Europäer“ wurde bislang nur selten gesprochen aber den Begriff hörte ich oft, wenn mich manche nach meiner Herkunft fragten. Diese letztere Bezeichnung scheint noch nicht großen Anklang gefunden zu haben. Klar, Landeskunde über Afrika ist im Bildungssystem nicht von besonderer Relevanz. Deswegen dauern die Vorurteile gegenüber Afrika, auch in der „zivilisierten“ Gesellschaft an. Diese Vorurteile werden besonders mit dem Ausbruch der Epidemie von Ebola wieder gestärkt. Jedenfalls macht es zurzeit – außerhalb Afrikas – nicht wirklich Spaß Afrikaner zu sein.

Afrika ist nämlich nicht nur für seine kulturelle Vielfalt, seine Fauna und Flora, seinen Kakao, seine Kaffeebohnen, seine Diamanten, sein Gold, seine Baumwolle, seine tollen Safaris bekannt, sondern noch mehr für die Kriege, Krankheiten, Armut, Hilflosigkeit, Diktaturen, Putsche usw. Alles was sich der kreative Mensch positiv aber auch negativ vorstellen kann, findet er in Afrika. Auch Ebola. Ein Virus, dessen Ursprung – laut Wissenschaftlern – auf den Affen zurückverfolgt werden konnte, 1976 in Afrika „entdeckt“ wurde, und der sich beim einfachen Kontakt mit einem Kranken übertragen lässt. Diese Seuche kann die lange Liste der Souvenirs, die Touristen aus Afrika mitnehmen können, verlängern: ein Sonderangebot aus Afrika.

ebola verbreitung in afrikaIm Westafrika, wo bereits tausende Menschen an Ebola gestorben sind, wurden auch Helfer aus Europa und Amerika angesteckt. Doch in Afrika selbst wird zunehmend über den wahren Ursprung der Krankheit spekuliert. Nach AIDS, dass angeblich auch aus Afrika stammt, kommt nun Ebola. Abgesehen von Malaria, die nämlich in Afrika auf traditionelle Weise leicht zu behandelt ist, seien laut vielen Afrikanern AIDS und Ebola zwar eine Realität und eine Gefahr, aber nur eine Erfindung der Europäer und Amerikaner, um die afrikanische Bevölkerung zu vernichten. Warum eine solche Annahme seitens der Afrikaner?

Nach der Beendigung der Sklaverei, in der die Afrikaner bekanntlich als Arbeitskraft auf Feldern zur Bereicherung Europas und Amerikas eingesetzt wurden, wurden sie eine Weile danach vorerst nutzlos bis zur Industrialisierung Europas Anfangs des 19 Jahrhunderts. Der Bedarf an Rohstoff, Luxus-Güter, Wohlstand war akut und Afrika hatte all dies zu bieten, was Europa begehrte. Die Kolonisation folgte der Sklaverei. Diese Ausbeutungsform sollte ursprünglich der Verstärkung der Überlegenheit der Europäer dienen. Denn je groß die koloniale Fläche war, desto größer war der Nationalstolz.

Es war nach hinein nicht mehr möglich Afrika auf offensichtliche Weise zu unterdrücken, um den Rohstoff zu extrahieren und in Europa einzuführen. Zudem leisteten Afrikaner hinsichtlich der ungerechten Verträge und der Zerstörung von ihren bedeutungsvollen Naturgöttern (Animismus) widerstand. Nach langjährigen Kriegen kam es in den 60en Jahren zu Abhängigkeiten in Afrika. Doch diese Unabhängigkeit wurde nie effektiv. Die Wahrheit ist entsetzend. Um die Rohstoffe z. B. Bodenschätze, Naturgüter von Afrika auszusaugen, mussten die ehemaligen Kolonialmächte den möglichen Widerstand der Menschen vorbeugen und dafür muss es gelingen, dass nicht viele Menschen auf einem Ort leben. Lösung: Afrika muss entvölkert werden. Nur die Arbeitskraft ist von Bedeutung.

Während meinen Unterhaltungen mit den „Alten“, Zeitzeugen der afrikanischen Geschichte, konnten sie nicht erklären, dass AIDS und Ebola erst nach den Unabhängigkeiten in Afrika entdeckt wurden. Daraufhin las ich verschiedene Beiträge, in denen das Ebola- und AIDS-Virus als Laborprodukte bezeichnet wurden. Zu der aktuellsten Frage der Ebola- Epidemie in Afrika, stellten die Bewohner in Ghana, Liberia, Sierra Leone fest, dass nur Menschen, die sich bei den örtlichen Roten Kreuz – Stellungen impfen ließen, an Ebola erkrankten. Dies war nämlich der Grund für den Angriff auf ein Ebola Aufklärungsteam in Guinea. Jedoch wurde der tatsächliche Grund in den westlichen Medien nicht erwähnt. Während die Infizierten aus westlichen Nationen zurückkehren und behandelt werden können, bleibt die Krankheit in Afrika eine Fatalität.

afrikas rohstoffeAfrika wird in den Medien als armes und wildes Land vorgestellt und die Menschen als unzivilisierte Krankheitsträger. Die westliche Politik für Afrika, hat den Bürger zu sehr belogen und Menschen manipuliert. Die Wahrheit kommt langsam ans Tageslicht. Die europäischen Medien werden über diese Fakten bewusst und berichten satirisch über die bittere Wahrheit. Mit diesem Worte begrüße ich die Arbeit von Oliver Welke (Heute Show- ZDF) und seinem Team, die die traurigen Nachricht gekonnt mit Humor wiedergeben. Im allgemeine Bewusstsein in Europa haben sich im Laufe der Jahrhunderte Vorurteile gegenüber Afrika so gut verfestigt, dass es keine große Mühe mehr braucht, um die Psychose und die Angst vor dem Schwarzen Mann auszulösen.

Wie gut kennst du Afrika und seine 54 Länder?

Lass die Vorurteile bei Seite und wage dich nach Afrika zu reisen. Guinea, Liberia, Sudan, Zentralafrikanische Republik, Simbabwe, Libyen, Kenia, Kongo, sind Ausnahmeländer, die das Bild der 46 weiteren Länder dramatisch verschlechtert. Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung indem sie Afrika entdecken. Die Menschlichkeit wird hier, in Europa und überall auf der Welt am Ende siegen und jeder kann einen Beitrag dazu leisten, indem er auf sich achtet, sich Selbst ein Bild von der Welt macht und seine Medien sowie die Konzerne hinterfragt.

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Christian Fopa

Christian Fopa

Mit 19 in Deutschland eingewandert, befand ich mich gerade in einem Alter der Selbstsuche und der Suche nach einer Identität. In mir bewegte sich die sportliche Energie, die Lebensfreude, die Neugier und vor allem das naive Vertrauen an Menschen. Wissbegierig, Selbs motiviert und weit weg von der Familie versuchte ich mein wahres „Ich“ zu entdecken, ohne vom richtigen Weg abzukommen oder meine Ziele vom Auge zu verlieren. Daraufhin wurde dank den ehrlichen und herzlichen Begegnungen in Deutschland nach und nach aus dem schüchternen Jungen ein selbstbewusster junger Mann voller Ideen. Dass ich das Elternhaus verlassen musste, um fernab in Deutschland zu studieren, war für mich anfangs eine große Herausforderung: Alles zurücklassen, um mir ein neues Leben aufzubauen. Eine unsichere Zukunft. Doch bildete ich mir eine neue Familie in Deutschland. Meine Familie. Mit Menschen, die aus meinem Leben kaum noch wegzudenken sind und mein Alltag bereichert haben. Menschen, die mir nie das Gefühl gaben, ich sei als Migrant ein unvollständiges Glied der Gesellschaft, sondern halfen mir mein wahres Potential zu erwecken, entdecken und gaben mir ungefragt das von vielen Menschen ersehnten Zugehörigkeitsgefühl. Sie begleiteten mich durch Höhe und Tiefen, wir teilten Glück und Trauer. Mit allem Respekt waren wir gnadenlos ehrlich zueinander. Nichts hinderte uns einander die Meinungen zu sagen und so entwickelten wir uns, besonders mit meinem Bruder Georg zu wahrhaftigen „Meinungssagern“. Mit einem relativen autoritären Erziehungsstil aufgewachsen zu sein, galt ich aufgrund der Äußerung meiner Gedanken, Gegenmeinung und manchmal wirren Reflexionen für meinen Vater als Problemkind. Nun war ich an einem Ort wo ich meine Zufriedenheit zeigen konnte, aber auch immer im Respekt meine Unzufriedenheit. Dabei fing ich an unzufrieden zu sein, als ich mir zunehmend ansehen dürfte, wie die Meinungsfreiheit in Deutschland problematisch ist. Selbst in Kamerun erlebte ich kaum so viel Beschränkungen, wenn es darum ginge die Meinung zu sagen. Und schon da beschwerte ich mich. Ich hatte meine wahres „Ich“ entdeckt in einer Gesellschaft, in der viele Themen tabu sind. Wo ein Teil der Geschichte die Identität, das nationale Bewusstsein und die Menschen zerstört haben. Ich war in einem Land, das aber glaube alles über seine Geschichte zu wissen. Aber das war nicht der Fall.
Meine wissenschaftlichen Kenntnisse und kritischen Reflexionen, meine Erlebnisse und Erfahrungen als Migrant führten mich durch eine Gesellschaft, die mich faszinierte. Sechs Jahre lang, bis zu meiner Ausreise, war ich Zeuge der wunderbaren deutschen Gesellschaft. Jetzt bin ich es immer noch. Aber mit Verbesserungsvorschlägen durch Einsicht. Deutschland hat sich schwer genug mit seiner Geschichte gemacht und ließ es mich merken. Generationen später ließ man die Menschen an ihrer Schuld glauben und hielt ihnen Bilder vor den Augen. Millionen von jungen Menschen werden in die Irre geführt.

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